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Dieses Jahr werden mit dem Erlös des Suppentages verschiedene Hilfsprojekte in der Diözese Butare in Rwanda unterstützt. Hier ein Brief des H.H. Bischofsvikar Patrick Hungerbühler an unsere Pfarrei:
Liebe Gläubige der Pfarrgemeinde St. Josef
Euer Herr Pfarrer hat mich freundlicherweise eingeladen, mit Euch das Patronsfest zu feiern. Dadurch lernt Ihr auch den kennen, der Euch heuer einladen darf, mit den Notleidenden in Rwanda zu teilen. Seit 33 Jahren bin ich Bischofsvikar in der Diözese Butare in Rwanda. Aus gesundheitlichen Gründen musste ich aber sehr viel in meiner alten Heimat verbringen. Doch nach Möglichkeit halte ich mich regelmässig in Rwanda auf, um meinen Verantwortungen nachzukommen und am Puls des dortigen Lebens nahe zu sein.
Nun, bereits am 12. März kommt Ihr zum traditionellen Suppentag zusammen. Ihr verzichtet auf ein bekömmliches Mittagessen daheim, um bei einer schmackhaften Suppe Euren Verzichtsanteil in ein Körbchen zu legen für hungernde und anderweitig benachteiligte Menschen in Rwanda. - Und wie ich hörte, sind noch andere Aktionen dieser hilfsbereiten Art geplant. Welch' ein wunderbares Zeugnis gläubigen Teilens mit Ärmsten! Gerne zeige ich Euch hier in einigen Worten auf, wohin Eure edle Hilfsbereitschaft fliessen könnte:
- Da ich die finanzielle Verantwortung für zwei Altersheime habe, d.h. für St. Alois in Tumba und für St. Raphael in Gisagara, wäre ich Euch sehr, sehr dankbar, wenn Ihr mir da behilflich sein könntet. Zur Zeit haben wir in Tumba 35 Betagte, d.h. Männer und Frauen, die durch den Krieg ihre erwachsenen Kinder verloren haben. Zuvor wohnten die Betagten daheim in der Grossfamilie. - Weil wir durch die Tierhaltung, den Garten und die Mühle viel zum materiellen Leben des Heimes beitragen können, muss ich heute pro Person und pro Monat noch 100 Fr. bezahlen. Hiezu kommen die Gehälter für 2 Abizeramariya-Schwestern die das Heim leiten, d.h. 2 x 250 Fr. pro Monat. (Es arbeiten aber da vier bis 5 Schwestern, die auf das Gehalt verzichten.) Mehr Informationen findet Ihr im - beim Suppentag - aufgelegten Bericht. - Ähnlich verhält es sich mit dem Altenheim in Gisagara.
- Eine weitere sehr grosse Not besteht bei den Schulgeldern. Die Kinder, die die Sekundärschule besuchen möchten, müssen ein Jahresschulgeld von 200 bis 250 Fr. bezahlen (Internat inbegriffen). Unzählig sind die Familien, die Witwen und Waisenhäuser, die dieses Schulgeld nicht voll zusammenbringen. Und wer dieses Schulgeld am Jahresende nicht voll beisammen hat, wird von der Schule gewiesen. Und wir wissen doch, wie entscheidend dieser Schulbesuch für das weitere Leben dieser Kinder ist. - Also auch da wären wir für Eure Unterstützung sehr, sehr dankbar. Mehr davon auch im Bericht.
- Auch das Erstellen menschenwürdiger Lehmhütten für Familien und Waisenkinder, die in unwürdigen Behausungen wohnen, ist uns ein sehr grosses Anliegen. Mit 200 Fr. können wir so eine Lehmhütte bauen. - Auch darüber findet Ihr mehr im Bericht.
- Ein weiteres grosses Anliegen sind die Messstipendien. Unseren Priester können wir kein Gehalt geben, weil es uns die schwache finanzielle Lage nicht erlaubt. Bis vor einiger Zeit konnten wir ihnen aber, dank der Hilfe aus Europa ein Messstipendium pro Tag geben, d.h. wir dehnten ein Schweizer-Messstipendium von 10 Fr. auf drei Messen aus. Aber da diese Stipendien hier immer mehr zurückgingen, und ich der einzige "Lieferant" für das ganze Bistum Butare bin, können wir unsere Priester nur noch zeitweise damit versorgen. Daher sind wir so dankbar für jedes Messstipendium.
- Natürlich müssen wir uns im Bistum auch noch mit so manchen anderen Problemen materieller Art beschäftigen, obwohl die Seelsorge, das Verkünden und Vertiefen der Frohbotschaft Christi, das Umsetzen dieser Botschaft ins Alltagsleben stets den Vorrang hat. Doch da sind noch unsere Kranken, unsere Seminaristen, unsere Arbeitslosen, und viele andere mehr, denen wir versuchen geistige und materielle Hilfe zu vermitteln.
Vielleicht sucht Ihr Euch gemeinsam aus all vorgeschlagenen Projekten dieses und jenes aus, das Ihr als Schwerpunkt Eures diesjährigen Teilens mit den Notleidenden festlegt. - Auf alle Fälle rufe ich Euch schon heute unser aller herzlichstes Vergelt's Gott zu!
Euer dankbarer Patrick Hungerbühler, B.V.
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